CRM für Immobilienmakler: die 6 wichtigsten Systeme im Vergleich

Verfasst von Jan Andrecht
Zuletzt aktualisiert am: 3. Mai 2026
Lesezeit: 14 Minuten

Das Wichtigste zuerst

  • Marktführer in Deutschland ist onOffice (Aachen) mit über 40.000 aktiven Nutzern und der breitesten Funktionsabdeckung. Listenpreis: 99 € pro Lizenz und Monat.
  • Modernste Oberfläche und beste Usability bietet 2026 Propstack (Berlin, Scout24-Konzern), inklusive ChatGPT-Integration und Sprengnetter-Marktwertbericht. Auch 99 € pro Lizenz.
  • Günstigster Einstieg mit Portal-Anbindung: keiner. Wer Portal-Anbindung braucht, zahlt mindestens 79 € pro Lizenz und Monat.
  • Kostenlos starten geht nur ohne native ImmoScout24-Schnittstelle: HubSpot Real Estate CRM ist die wichtigste Free-Option, Pipedrive (ab 14 € pro Nutzer und Monat) der günstigste Bezahl-Allrounder.
  • Ab wann sich ein spezialisiertes CRM rechnet: etwa ab 20 verkauften Objekten pro Jahr oder ab dem zweiten Mitarbeiter. Solo-Makler unter dieser Schwelle fahren mit HubSpot Free oder Pipedrive ausreichend.

1. Was ein Immobilien-CRM ist und ab wann es sich rechnet

Ein Immobilien-CRM (oft synonym Maklersoftware genannt) ist eine spezialisierte Software, die drei Aufgabenbereiche in einer Plattform zusammenführt: die Verwaltung von Immobilienobjekten, die Pflege von Kundenkontakten (Käufer, Verkäufer, Mieter, Eigentümer) und die Automatisierung von Prozessen wie Exposé-Versand, Portal-Synchronisation und Folge-Mails.

Der Unterschied zu einem allgemeinen CRM (zum Beispiel Salesforce oder HubSpot in der Standardversion) liegt in drei Punkten: erstens die direkten Schnittstellen zu Immobilienportalen wie ImmoScout24, Immowelt oder ImmoNet, zweitens das Exposé-Management mit Vorlagen und automatischem Versand, drittens das Matching von Suchprofilen mit Objekten.

Wann sich ein spezialisiertes CRM lohnt

ProfilEmpfehlung
Solo-Makler, weniger als 10 Objekte pro JahrExcel oder einfaches Adressbuch reichen, oder HubSpot Free
Solo-Makler, 10 bis 30 Objekte pro JahrPipedrive (14 € pro Monat) oder HubSpot Free, manuelle Portal-Pflege
Solo-Makler, mehr als 30 Objekte pro JahrSpezialisiertes CRM rechnet sich (Propstack, onOffice oder Flowfact)
Maklerteam ab 2 PersonenSpezialisiertes CRM ist Pflicht, Sparpotenzial pro Person und Woche bei 20 bis 30 Stunden
Banken-verbundener Makler (Sparkasse, Volksbank)FIO Webmakler (native Anbindung an Kernbankensysteme)

Daumenregel: Ab dem Punkt, an dem ein Makler Exposés in Word schreibt, Inserate manuell auf jedem Portal pflegt und Anfragen über mehrere E-Mail-Postfächer verteilt, kostet die manuelle Arbeit pro Objekt 6 bis 15 Stunden mehr als mit CRM. Bei 20 Objekten pro Jahr sind das 120 bis 300 Stunden Mehraufwand. Wer seine Stunde mit 50 € bewertet, verbrennt damit 6.000 bis 15.000 € pro Jahr.

Ein spezialisiertes CRM mit 5 Lizenzen kostet im selben Zeitraum etwa 5.000 bis 6.000 €. Die Rechnung geht bereits ab 2 bis 3 verkauften Objekten pro Mitarbeiter und Jahr auf.

2. Die 6 Immobilien-CRMs für Makler 2026: Übersicht

Wir haben sechs Systeme ausgewählt, die für 2026 in Deutschland für die meisten Maklerbüros wirklich in Frage kommen: drei spezialisierte Branchenlösungen (onOffice, Propstack, Flowfact), eine bankenfokussierte Lösung (FIO Webmakler) und zwei generelle CRMs für den Solo-Bereich (HubSpot und Pipedrive).

CRMTypLizenz/MonatPortal-AnbindungStärkeIdeal für
onOfficespezialisiert79 € bis 99 €180+ PortaleMarktführer, höchste Funktionstiefe, AI StudioMaklerbüros 5 bis 50 Mitarbeiter
Propstackspezialisiert99 €40+ PortaleModernste Oberfläche, ChatGPT, SprengnetterWohn-Makler, Teams 2 bis 15
Flowfactspezialisiert79 €umfangreichMS365-Tiefe, Cloud-Architektur, Gewerbe-FokusGewerbemakler, mittlere Büros
FIO WebmaklerspezialisiertbilanzabhängigOpenImmo, BankensystemeSparkassen-/Volksbanken-AnbindungBanken-verbundene Makler
HubSpot Real Estategenerell0 € (Free) bis 80 €keine native (nur Zapier)Marketing-Automation, kostenlosSolo-Makler, Marketing-Fokus
Pipedrivegenerell14 € bis 91 €keine native (nur Zapier)Visuelle Pipeline, intuitivSolo-Makler, Budget-Fokus

Kurzcharakter

  • onOffice ist das, was die Branche eine "alle Funktionen, hohe Lernkurve"-Lösung nennt. Wer einmal eingearbeitet ist, hat das vollständigste Werkzeug am Markt.
  • Propstack ist der "Apple des Maklersegments": klares Design, schnelle Ladezeiten, weniger individualisierbar, aber sehr durchdacht.
  • Flowfact ist die Lösung für alle, die Microsoft 365 ernsthaft nutzen und im Gewerbe arbeiten.
  • FIO Webmakler ist nur dann eine Option, wenn der Makler in eine Banken- oder Sparkassengruppe eingebunden ist.
  • HubSpot Free ist die einzige seriöse Gratis-Option, hat aber einen klaren Nachteil: keine native Schnittstelle zu ImmoScout24 oder Immowelt.
  • Pipedrive ist günstig und intuitiv, aber dasselbe Schnittstellen-Problem wie HubSpot.

3. Die 6 Systeme im Detail

3.1 onOffice

Hersteller: onOffice GmbH, Aachen. Seit 2001 am Markt. Etwa 320 Mitarbeiter, rund 23 Mio. € Umsatz (2023).

Preise (Stand 2026): enterprise pro 79 € pro Nutzer und Monat, enterprise all-in 99 € (mit AI Studio, Prozessmanager, Telefon-Modul, API), enterprise expert auf Anfrage. 50 € Servicepauschale pro Monat (entfällt ab 10 Nutzern). 5-Jahres-Preisgarantie.

Stärken

  • 180+ Portal-Integrationen (das Maximum am Markt), inklusive ImmoScout24, Immowelt, Kleinanzeigen, regionale Portale, internationale Anbindungen
  • AI Studio seit Ende 2025: KI-Exposé-Texte, KI-Bildoptimierung, Virtual Staging (ab 0,30 € pro Bild), automatische Objektanlage per Chat, Sprache oder Dokument
  • Prozessmanager für tiefgreifende Workflow-Automatisierung
  • Eingebaute Faktura (kein zusätzliches Buchhaltungstool nötig)
  • Marketplace mit über 100 Drittanbieter-Integrationen
  • Hohe Individualisierbarkeit, geeignet für Maklerketten und Franchise-Strukturen

Schwächen

  • Steile Lernkurve: 3 bis 6 Wochen bis Mitarbeiter produktiv arbeiten, je nach Vorwissen
  • Oberfläche weniger modern als Propstack, optische Modernisierung läuft seit 2023
  • Funktionsvielfalt kann am Anfang erschlagen, weniger geeignet für reine Solo-Makler

Ideal für: etablierte Maklerbüros mit 5 bis 50 Mitarbeitern, Multi-Portal-Strategie, Wachstumsambitionen, Franchise-Strukturen.

Nicht geeignet für: Solo-Makler (Lernkurve zu steil), Banken-verbundene Makler ohne separate Maklerfirma.

3.2 Propstack

Hersteller: Propstack GmbH, Berlin. Seit 2016 am Markt, seit 2021 Teil der Scout24-Gruppe. Etwa 50 Mitarbeiter.

Preise (Stand 2026): Standard 99 € pro Lizenz und Monat, einmalige Einrichtungsgebühr 279 €, Vertragslaufzeit 12 Monate, keine zusätzliche Schnittstellengebühr. Enterprise auf Anfrage.

Stärken

  • Modernste Benutzeroberfläche im DACH-Markt, sehr schnelle Ladezeiten
  • ChatGPT-Integration für Objekt- und Lagebeschreibungen, Sprengnetter-Marktwertbericht inklusive
  • Native Anbindung an ImmoScout24 (durch Scout24-Konzernzugehörigkeit besonders direkt) plus 40+ weitere Portale
  • Schnittstellen zu DocuSign (digitale Signatur) und Meta (Veröffentlichung auf Instagram und Facebook)
  • 3.200+ Filtermöglichkeiten für Kontakte
  • Geringe Einarbeitungszeit (1 bis 3 Wochen)

Schwächen

  • Weniger Portal-Integrationen als onOffice (40+ statt 180+)
  • Geringere Individualisierbarkeit: Workflows sind nicht so frei konfigurierbar wie bei onOffice oder Flowfact
  • Nur eine einheitliche Exposé-Vorlage pro Unternehmen (Workaround möglich)
  • Für Gewerbemakler: keine Adress-Hierarchien, kein Stacking-Plan (Mehrparteien-Visualisierung)
  • 279 € Einrichtungsgebühr beim Start

Ideal für: moderne Wohn-Makler-Teams ab 2 Personen, Makler mit ImmoScout24-Schwerpunkt, Büros mit hohem Anspruch an Design und Benutzerfreundlichkeit.

Nicht geeignet für: Gewerbemakler mit Mehrparteien-Objekten, Maklerketten mit individuellen Prozessen.

3.3 Flowfact

Hersteller: Flowfact GmbH, Köln. Gegründet 1985, seit 2020 mit komplett neu entwickelter Cloud-Lösung am Markt. Etwa 100 Mitarbeiter, seit 2021 Teil der Scout24-Gruppe.

Preise (Stand 2026): Vollversion 79 € pro Lizenz und Monat. Commercial Edition für Gewerbemakler auf Anfrage.

Stärken

  • Stacking Plan für die grafische Darstellung der Vermarktungssituation in Mehrparteien-Objekten (besonders für Gewerbe)
  • Tiefe Microsoft 365-Integration, deutlich besser als bei onOffice oder Propstack
  • Hohe Individualisierbarkeit: eigene Felder, Schemata für Quartiere oder Mietverträge
  • Mehrere Marketing-Exposé-Varianten pro Gewerbeobjekt möglich
  • Gute Dokumentenverwaltung
  • Cloud-Architektur seit 2020, moderner technischer Unterbau

Schwächen

  • Kalender-Funktionalität noch ausbaufähig: keine native Teams-Video-Konferenz-Integration in Termine, keine Ressourcen-Buchung (Räume, Hardware)
  • Rollen-Rechte-System eingeschränkt: einzelne Felder lassen sich nicht für bestimmte Nutzer aus- oder einblenden
  • Kleinerer Marktanteil als onOffice, weniger Ökosystem an Drittanbieter-Integrationen
  • Nutzerführung wird von Anwendern als optimierbar beschrieben

Ideal für: Gewerbemakler, Investment-Makler, Bauträger, Projektentwickler, mittelgrosse Maklerbüros mit Microsoft 365-Backbone.

Nicht geeignet für: Solo-Makler im Wohnsegment, Banken-verbundene Makler.

3.4 FIO Webmakler

Hersteller: FIO Systems AG, Leipzig. Seit 1999 am Markt, gehört zur Hypoport SE. Etwa 200 Mitarbeiter, rund 12 Mio. € Umsatz (2023).

Preise: bilanzsummenabhängig, keine offizielle Preisliste. Banken zahlen je nach Grösse zwischen 5.000 € und mehreren Hunderttausend Euro pro Jahr.

Stärken

  • Direkte Schnittstelle in Kernbankensysteme der Sparkassen und Volksbanken (Tippgeber, Baufinanzierung)
  • Geschlossenes Ökosystem mit virtuellen Besichtigungen, Bieterverfahren, Wertgutachten-Erstellung integriert
  • Interaktives Exposé mit eingebetteten Zinssätzen für Baufinanzierungen
  • DSGVO und Banken-Compliance abgedeckt (Revisionsanforderungen)

Schwächen

  • Geschlossenes Ökosystem hat Schattenseiten: kaum erweiterbar mit externen Anwendungen, wenig offene API
  • OpenImmo plus limitierte Schnittstellen: für Web-Agenturen begrenzte Möglichkeiten beim Aufbau funktionsstarker Websites mit Datenaustausch zum CRM
  • Schwache kollaborative Aufgabenverwaltung im Team
  • Nur sinnvoll, wenn Banken-Bezug besteht

Ideal für: Sparkassen mit Immobilienvermittlungsabteilung, Volksbanken, Postbank-Makler.

Nicht geeignet für: unabhängige Makler, Maklerbüros, die eine funktionsstarke eigene Website mit tiefer CRM-Anbindung möchten (siehe OnOffice-Anbindung an die Website).

3.5 HubSpot Real Estate CRM

Hersteller: HubSpot Inc., USA. Weltweit grösster CRM-Anbieter im KMU-Segment.

Preise (Stand 2026): Free unbegrenzt (alle Grundfunktionen), Starter ab 45 € pro Nutzer und Monat, Professional ab 80 €.

Stärken

  • Dauerhaft kostenlos für unbegrenzte Nutzer (Free-Version)
  • Beste Marketing-Automation im Vergleich: Landing Pages, E-Mail-Sequenzen, Meeting-Scheduler, Lead-Scoring
  • 1.500+ Integrationen über App-Marketplace
  • Exzellente Mobile App, weltklasse Usability
  • Sehr gut zum Aufbau eigener Lead-Trichter via Eigentümeranfragen über die Website
  • DSGVO-konform mit EU-Servern (Frankfurt)

Schwächen

  • Keine native ImmoScout24- oder Immowelt-Anbindung (Lead-Übertragung nur via Zapier oder eigene Anbindung möglich)
  • Kein Exposé-Management: PDFs müssen extern erstellt werden, zum Beispiel mit unserem Immobilien-Exposé erstellen-Generator
  • Kein Matching zwischen Suchprofilen und Objekten
  • Bezahl-Pläne werden ab 50 oder mehr Kontakten/Workflows schnell teuer

Ideal für: Solo-Makler unter 30 Objekten pro Jahr, Quereinsteiger ohne Budget, Makler mit Marketing-Schwerpunkt (Content, Newsletter, Landing Pages).

Nicht geeignet für: Maklerbüros, deren Lead-Quellen primär ImmoScout24 oder Immowelt sind, Teams ab 50+ Objekten pro Jahr.

3.6 Pipedrive

Hersteller: Pipedrive Inc., Estland. Seit 2010 am Markt, weltweit etwa 100.000 Kunden.

Preise (Stand 2026): Essential ab 14 $ pro Nutzer und Monat (etwa 13 €), Advanced 39 $, Professional 49 $, Power 64 $, Enterprise 99 $.

Stärken

  • Beste visuelle Pipeline in dieser Vergleichsrunde: Drag-and-Drop, klare Phasen, einfacher Überblick
  • Sehr intuitiv, Einarbeitung in 1 bis 2 Wochen
  • Exzellente Mobile App mit Offline-Modus und Caller ID
  • Niedrigster Einstiegspreis im Vergleich
  • 400+ Integrationen über Marketplace

Schwächen

  • Keine native Portal-Integration (Zapier-Workaround möglich, aber unzuverlässig bei Massendaten)
  • Kein Exposé-Management, kein Matching, keine Immobilien-spezifischen Felder
  • Erweiterte Reports und Custom Fields erst ab Professional (45 €)
  • Abrechnung in US-Dollar, kleines Wechselkurs-Risiko

Ideal für: Solo-Makler mit weniger als 20 Objekten pro Jahr, Makler ohne ImmoScout24-Abhängigkeit, Off-Market-Spezialisten, Investment-Berater.

Nicht geeignet für: Wohnimmobilien-Makler mit Portal-Fokus, Teams ab 5 Personen.

4. Was ein Immobilien-CRM können muss

Nicht jede Funktion ist gleich wichtig. Wir haben die Anforderungen in zwei Stufen gegliedert: Pflichtfunktionen, die jedes CRM für Makler abdecken muss, und Kürfunktionen, die ab einer gewissen Grösse den Unterschied machen.

Pflichtfunktionen

FunktionWarum wichtig
Kontaktverwaltung mit SuchprofilKäufer, Verkäufer, Interessenten zentral mit Wünschen und Budget
Objektverwaltung mit Vollausstattungalle relevanten Felder von Lage über Energieausweis bis Bilder
Pipeline / Phasen-Ansichtaktueller Stand jedes Objekts und jedes Kontakts
E-Mail-Integrationjede Mail wird automatisch dem Kontakt zugeordnet
Mobile AppDatenzugriff bei Besichtigungen
DSGVO-konforme SpeicherungEU-Server, Auftragsverarbeitung, Löschkonzept
Aktivitäten-LoggingWer hat wann was getan, im Streitfall belastbar

Kürfunktionen (ab 30+ Objekten pro Jahr)

FunktionWarum wichtig
Native ImmoScout24- und Immowelt-Anbindungspart 5 bis 10 Stunden pro Woche und Mitarbeiter
Automatisches MatchingKäufer und Verkäufer automatisch zusammenführen
Exposé-Management mit PDF-VersandVorlagen, Versandprotokoll, Nachverfolgung
Workflow-AutomatisierungFolge-Mails, Erinnerungen, Aufgaben automatisch erzeugen
KI-TexterstellungObjektbeschreibungen, Lagetexte, E-Mail-Antworten
Schnittstelle zur WebsiteObjekte erscheinen automatisch auf der eigenen Site
Faktura / RechnungsstellungProvisionsabrechnung integriert
Bieterverfahrenfür Hochpreis-Objekte mit mehreren Interessenten

5. CRM und Website: die Brücke, die in fast jedem Vergleich fehlt

Fast alle CRM-Vergleiche enden bei der Lizenzgebühr und ein paar Funktionsabhakungen. Was sie übersehen: ein CRM lebt nicht im Vakuum. Es muss in zwei Richtungen mit der eigenen Website des Maklers reden.

Erstens: Vom CRM zur Website. Sobald ein Objekt im CRM angelegt ist und veröffentlicht werden soll, muss es in Echtzeit auf der Website erscheinen, mit allen Details, Bildern, Energieausweis-Werten und ohne dass jemand etwas doppelt pflegt. Das nennt sich Live-Schnittstelle. onOffice macht das über die onOffice-Website-Anbindung (Smart-Site-Plugin oder eigene Implementation), Propstack über einen API-Zugang, Flowfact über die hauseigene Website-Lösung oder OpenImmo, FIO über sein geschlossenes Ökosystem.

Zweitens: Von der Website zum CRM. Sobald ein Eigentümer das Kontaktformular ausfüllt oder eine Wertschätzung anfordert, muss der Lead automatisch im CRM landen, im richtigen Status, mit der richtigen Quelle und idealerweise mit automatisch ausgelöster Folge-Mail. Das ist die häufigste Lücke in der Praxis: das CRM ist da, die Website ist da, aber dazwischen liegt manuelle Arbeit oder ein nie funktionierendes Zapier-Setup.

CRMWebsite-Anbindung in der Praxis
onOfficesehr gute eigene WordPress-Plugins, offene API, viele Web-Agenturen kennen das System
PropstackAPI verfügbar, dokumentiert, für Web-Agenturen gut umsetzbar
FlowfactOpenImmo plus eigene Website-Module, API in Bewegung
FIO WebmaklerOpenImmo plus limitierte Schnittstellen, geschlossenes Ökosystem
HubSpotoffene API, aber keine Immobilien-spezifischen Felder, daher Eigenentwicklung nötig
Pipedriveoffene API plus Zapier, dasselbe Problem wie HubSpot

Der OpenImmo-Workflow: einmal pflegen, überall ausspielen

Eines der unterschätzten Argumente für eine eigene professionelle Website mit CRM-Anbindung steckt im offiziellen Datenstandard der Immobilienbranche: dem OpenImmo-Format. OpenImmo ist seit 1999 der herstellerneutrale XML-Standard für den Austausch von Immobiliendaten und wird von praktisch allen relevanten Profi-CRMs und Portalen unterstützt.

In der Praxis heisst das: jedes professionelle Makler-CRM (onOffice, Propstack, Flowfact) erzeugt aus jedem Objekt automatisch eine OpenImmo-XML-Datei, die das Objekt mit allen Feldern, Bildern und Energieausweis-Werten beschreibt. Sobald das Objekt im CRM auf "veröffentlichen" gesetzt wird, wird diese Datei an alle angebundenen Empfänger verteilt: ImmoScout24, Immowelt, Kleinanzeigen, regionale Portale und (das wird in fast jedem Vergleich vergessen) auch die eigene Website des Maklers.

Der konkrete Workflow:

  1. Objekt wird im CRM angelegt, alle Felder, Bilder, Beschreibungen einmal gepflegt
  2. Mit einem Klick auf "veröffentlichen" startet der OpenImmo-Export
  3. Innerhalb weniger Minuten erscheint das Objekt parallel auf ImmoScout24, Immowelt, weiteren Portalen UND auf der eigenen Website
  4. Eine Preisänderung im CRM zieht automatisch alle Plattformen nach
  5. Wird ein Objekt verkauft, verschwindet es überall in einem Schritt

Was bringt das in Zahlen? Wer 30 Objekte pro Jahr ohne CRM und ohne OpenImmo-Anbindung auf 5 Plattformen pflegt (vier Portale plus eigene Website), verbringt pro Objekt 3 bis 5 Stunden mit Pflege, Synchronisation und Korrekturen. Das sind 90 bis 150 Stunden pro Jahr. Mit CRM plus OpenImmo plus angeschlossener Website sind es 1 bis 1,5 Stunden pro Objekt, also 30 bis 45 Stunden. Die Differenz von 60 bis 105 Stunden bei 50 € Stundensatz ergibt 3.000 bis 5.250 € pro Jahr, die ein Makler mit OpenImmo-Anbindung an Marge zurückgewinnt, ohne dass auch nur ein Objekt mehr verkauft werden müsste.

Aufwand pro ObjektOhne OpenImmo-AnbindungMit OpenImmo-Anbindung
Erstanlage im CRM oder Editor1 Stunde1 Stunde
Manuelle Übertragung auf ImmoScout2430 Minuten0 Minuten
Manuelle Übertragung auf Immowelt30 Minuten0 Minuten
Manuelle Übertragung auf weitere Portale30 Minuten0 Minuten
Pflege auf der eigenen Website30 Minuten0 Minuten
Preisänderungen, Statusupdates pro Lebenszyklus1 bis 2 Stundenwenige Minuten
Total pro Objekt3 bis 5 Stunden1 bis 1,5 Stunden

Warum die eigene Website der wichtigste Knoten in dieser Kette ist

Wer denkt, ImmoScout24 sei der wichtigste Anlaufpunkt für Eigentümer, übersieht eine Marktverschiebung der letzten Jahre: Eigentümer recherchieren heute vor dem Kontakt zu ImmoScout24 oder Immowelt einen passenden Makler online. Sie googeln den Maklernamen, lesen Bewertungen, schauen sich die Website an. Erst dann nehmen sie Kontakt auf.

Das macht die eigene Website nicht zum Nebenschauplatz, sondern zum wichtigsten Knoten in der Vermarktungskette. Eine Website mit OpenImmo-Anbindung leistet drei Dinge gleichzeitig:

  • Vertrauensanker: aktuelle Objekte, klare Kontaktwege, professionelles Maklerprofil
  • Lead-Trichter: Eigentümer, die einen Makler suchen, finden ihn dort zuerst und nicht über Portale
  • Vermarktungskanal: Käufer, die regelmässig die Website besuchen, sehen neue Objekte vor allen anderen (relevant für Off-Market und Schnellverkäufe)

Die meisten Maklerwebsites, die wir analysieren, verschenken einen oder mehrere dieser drei Punkte: entweder ist die Website nicht mit dem CRM verbunden (Objekte werden manuell gepflegt oder fehlen ganz), die Lead-Erfassung ist nicht ans CRM angeschlossen (Anfragen versickern in einem allgemeinen E-Mail-Postfach), oder die Website ist optisch und technisch so veraltet, dass Eigentümer den nächsten Makler-Kontakt suchen.

Unsere Empfehlung: Wer eine professionelle Webdesign für Immobilienmakler Lösung mit eigenem Maklerauftritt plant, sollte onOffice oder Propstack wählen. Beide haben dokumentierte OpenImmo-Schnittstellen, beide sind in Web-Agenturen wie unserer eingespielt. Mehr Tiefe zur technischen Umsetzung im Pillar OnOffice-Anbindung an die Website und im Praxisleitfaden OnOffice-Schnittstelle und API.

6. Was kostet ein Immobilien-CRM wirklich? Total Cost of Ownership

Die Lizenzgebühr ist nur ein Teil der Wahrheit. Wir rechnen drei realistische Profile durch, jeweils auf 12 Monate für 2026.

Profil A: Solo-Maklerin mit 15 Objekten pro Jahr

PositionPro Jahr
Pipedrive Essential, 1 Lizenz156 €
Manuelle Portal-Pflege (15 Objekte × 1 Stunde × 50 € Stundensatz)750 €
ImmoScout24 Mitgliedschaft Maklerprofi3.600 €
Eigene Website Hosting plus Pflege600 €
Gesamt5.106 €

Profil B: 3-Personen-Büro mit 60 Objekten pro Jahr

PositionPro Jahr
Propstack Standard, 3 Lizenzen3.564 €
Einrichtungsgebühr Propstack, einmalig279 €
ImmoScout24 ProfiPaket6.000 €
Immowelt Premium4.200 €
Website mit CRM-Anbindung1.800 €
Schulung und Onboarding (3 Tage extern)2.400 €
Gesamt Jahr 118.243 €
Gesamt Jahr 2 ff. (ohne Setup und Schulung)15.564 €

Profil C: 10-Personen-Büro mit 200 Objekten pro Jahr

PositionPro Jahr
onOffice enterprise all-in, 10 Lizenzen11.880 €
Servicepauschale (entfällt ab 10 Lizenzen)0 €
ImmoScout24 ProfiPlus18.000 €
Weitere Portale (Immowelt, Kleinanzeigen, regional)9.600 €
Website mit CRM-Anbindung4.800 €
Schulung und kontinuierliche Weiterbildung6.000 €
Drittanbieter-Integrationen (DocuSign, Sprengnetter, Stripe)3.000 €
Gesamt53.280 €

Was der TCO zeigt: Die Lizenzgebühr macht selbst im Profil C nur 22 Prozent der Gesamtkosten aus. Den grössten Posten machen Portale und Website plus Schnittstellen aus. Wer nur die CRM-Lizenz vergleicht, optimiert am falschen Hebel.

7. Migration: was beim Wechsel zu beachten ist

Ein CRM-Wechsel ist kein Tagesprojekt. Selbst der einfachste Umstieg dauert in der Praxis 4 bis 12 Wochen, je nach Datenmenge und Komplexität.

Drei Phasen

  1. Datenexport aus dem Alt-CRM: alle aktiven Objekte, alle Kontakte, alle laufenden Aktivitäten. Wenn das Alt-System OpenImmo unterstützt, läuft der Objektexport meist sauber. Bei den Kontakten gibt es regelmässig Datenqualitätsprobleme: Dubletten, leere Felder, falsche Telefonnummern. Plan ein, hier 1 bis 3 Tage manuelle Bereinigung zu investieren.
  2. Import ins neue System und Mapping: Felder müssen aufeinander abgebildet werden. onOffice hat 200+ Standardfelder, Propstack etwa 80, Pipedrive nur die Basisfelder plus Custom Fields. Wer von onOffice zu Pipedrive wechselt, verliert systembedingt Felder. Wer den umgekehrten Weg geht, hat viele leere Felder, die Schritt für Schritt gefüllt werden müssen.
  3. Parallelbetrieb und Cutover: in der Praxis bewährt sich ein 2- bis 4-wöchiger Parallelbetrieb, in dem neue Objekte nur noch im neuen System angelegt werden, laufende Verkäufe aber im alten System abgeschlossen werden. Erst wenn der letzte aktive Vorgang abgeschlossen ist, wird das alte System abgeschaltet.

Risiken, die unterschätzt werden

  • Anhänge und E-Mail-Historien werden selten 1:1 migriert. Plan eine Read-only-Zeit für das alte System, mindestens 12 Monate.
  • Workflows und Automatisierungen müssen im neuen System nachgebaut werden. Das ist nicht trivial, vor allem von onOffice nach Propstack (verlorene Komplexität) oder umgekehrt (fehlende Tiefe).
  • Schulung der Mitarbeiter dauert in der Praxis 3 bis 6 Wochen, bis alle wieder auf altem Tempo sind.

8. Welches CRM für welchen Makler?

ProfilEmpfehlungWarum
Solo-Makler, weniger als 20 Objekte pro Jahr, Marketing-FokusHubSpot Freekostenlos, beste Marketing-Tools, später skalierbar
Solo-Makler, weniger als 20 Objekte pro Jahr, Vertriebs-FokusPipedrive Essential14 € pro Monat, beste visuelle Pipeline, gute Mobile App
2 bis 5 Personen, 30 bis 80 Objekte pro Jahr, Wohn-SchwerpunktPropstack Standardmodernes UI, ChatGPT-Integration, Scout24-Anbindung, schnelle Einarbeitung
5+ Personen, 80+ Objekte pro Jahr, alle SegmenteonOffice enterprise all-inMarktführer, AI Studio, 180+ Portale, höchste Funktionstiefe
Gewerbemakler, Investment, BauträgerFlowfact CommercialStacking Plan, MS365-Tiefe, individualisierbar
Sparkasse oder Volksbank mit MaklerabteilungFIO Webmaklerdirekte Banken-Anbindung, Compliance abgedeckt
Quereinsteiger im ersten JahrHubSpot Free oder Pipedrive Essentialminimales Risiko, geringe Fixkosten, Wechsel später leicht möglich

9. Häufige Fragen zu CRM für Immobilienmakler

Was kostet ein gutes Immobilien-CRM?

Spezialisierte Immobilien-CRMs liegen 2026 bei 79 € bis 99 € pro Lizenz und Monat (onOffice, Propstack, Flowfact). Universelle CRMs wie HubSpot oder Pipedrive starten bei 0 € (HubSpot Free) bis 14 € (Pipedrive Essential). FIO Webmakler ist bilanzabhängig und nur für Banken-verbundene Makler relevant.

Welches ist das beste CRM für Immobilienmakler?

Es gibt kein "bestes CRM", es gibt nur das passende. onOffice ist Marktführer für etablierte Maklerbüros, Propstack die beste Wahl für moderne Wohn-Makler-Teams, Flowfact die beste Lösung für Gewerbemakler. Solo-Makler fahren mit HubSpot Free oder Pipedrive günstiger und ausreichend.

Gibt es eine kostenlose Maklersoftware?

Eine vollständig kostenlose, branchenspezialisierte Maklersoftware existiert 2026 nicht ernsthaft am DACH-Markt. Die kostenlose Alternative ist HubSpot Free, das alle Grundfunktionen eines CRM abdeckt, allerdings ohne native ImmoScout24- oder Immowelt-Schnittstelle.

Welches CRM für Solo-Makler?

Für Solo-Makler unter 20 Objekten pro Jahr: HubSpot Free (Marketing-Fokus) oder Pipedrive Essential (Vertriebs-Fokus). Spezialisierte Maklersoftware lohnt sich rechnerisch erst ab 20 bis 30 Verkäufen pro Jahr.

Welche Schnittstellen muss ein Makler-CRM haben?

Pflicht für die meisten Makler 2026: ImmoScout24, Immowelt, OpenImmo-Standard. Nice-to-have: Kleinanzeigen, regionale Portale, DocuSign, Sprengnetter (Marktwerte), Microsoft 365 oder Google Workspace, eigene Website.

Wie lange dauert die Einarbeitung in ein neues CRM?

CRMEinarbeitungszeit (Vollnutzung)
Pipedrive1 bis 2 Wochen
HubSpot2 bis 3 Wochen
Propstack1 bis 3 Wochen
Flowfact3 bis 5 Wochen
onOffice3 bis 6 Wochen
FIO Webmakler4 bis 8 Wochen

Die Werte beziehen sich auf produktive Vollnutzung, nicht auf "Login funktioniert".

Ist ein CRM für Makler DSGVO-konform?

Alle in diesem Vergleich genannten Anbieter sind DSGVO-konform und bieten Auftragsverarbeitungs-Verträge. Deutsche Anbieter (onOffice in Aachen, Propstack in Berlin, Flowfact in Köln, FIO in Leipzig) speichern auf EU-Servern. HubSpot und Pipedrive bieten EU-Server-Optionen, müssen aber im Vertrag explizit gewählt werden.

Lohnt sich ein CRM für 1-Mann-Makler wirklich?

Knapp. Wer pro Jahr unter 10 Verkäufe abwickelt und auf Empfehlung verkauft, kommt mit Excel und einem strukturierten E-Mail-Postfach durch. Wer aktiv Eigentümeranfragen über die Website generiert oder mehr als 15 Objekte pro Jahr betreut, sollte spätestens dann ein CRM einführen, weil der manuelle Aufwand sonst Verkäufe kostet.

Kann ich von ImmoScout24 auf ein CRM umsteigen, ohne Leads zu verlieren?

Ja, alle spezialisierten CRMs (onOffice, Propstack, Flowfact) haben native Lead-Schnittstellen zu ImmoScout24. Die Leads landen direkt im CRM, im richtigen Status, mit der richtigen Quelle. Bei HubSpot oder Pipedrive geht das nur via Zapier oder eigener Anbindung, was im Tagesbetrieb fragil ist.

Lohnt sich KI im CRM 2026 schon?

Ja, deutlich mehr als noch 2024. onOffice AI Studio und Propstack ChatGPT-Integration liefern brauchbare Exposé-Texte, KI-Bildoptimierung und automatische Objektanlage. Pro Objekt sparen wir damit in der Praxis 1 bis 3 Stunden. Mehr dazu in unserem Beitrag KI für Immobilienmakler.

10. Fazit

Der CRM-Markt für Immobilienmakler in Deutschland ist 2026 erstaunlich übersichtlich: drei spezialisierte Anbieter dominieren das Mittelfeld (onOffice, Propstack, Flowfact), eine Banken-Lösung (FIO) deckt das Sparkassen-Segment ab, zwei generelle CRMs (HubSpot und Pipedrive) bedienen das Solo-Segment.

Wenn Sie unsicher sind, welches CRM zu Ihrer Website-Strategie passt, sprechen Sie uns an. Mit Webdesign für Immobilienmakler und SEO für Immobilienmakler sorgen wir dafür, dass das CRM nicht in einem isolierten Silo lebt, sondern Teil eines funktionierenden Lead-Trichters wird.

Über den Author

Jan Andrecht ist seit über 8 Jahren im Bereich Webdesign und digitales Marketing tätig. Er unterstützt Unternehmen dabei, Websites zu entwickeln, die nicht nur gut aussehen, sondern gezielt auf Sichtbarkeit und neue Anfragen ausgelegt sind. Sein Fokus liegt auf Suchmaschinenoptimierung, klarer Struktur und einer durchdachten Nutzerführung. Inhalte werden so aufgebaut, dass sie sowohl von Google als auch von KI-gestützten Suchsystemen optimal erfasst und langfristig sichtbar bleiben.